Buchreihe »Pädagogik und Politik«

Hrsg. von Armin Bernhard, Eva Borst, Matthias Rießland

Die Buchreihe »Pädagogik und Politik« hat sowohl für Studierende der Erziehungswissenschaft und Pädagogik (Theorie) als auch für pädagogisch Tätige aus verschiedenen professionellen Arbeitsfeldern rund um Erziehung und Bildung (Praxis) einführenden Charakter. (>>)

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Band 2

»Theorie der Bildung« soll zu einem Grundverständnis dessen beitragen, was Bildung ihrer Idee nach war und welche Bedeutung ihr heute zukommt. Da der Begriff der Bildung gegenwärtig häufig auf ökonomi­sche Verwertbarkeit hin verengt wird, ist es notwendig und sinnvoll, Studentinnen und Studenten der Pädagogik und der Erziehungswissenschaft in historisch‑systematischer Weise in die Bildungstheorie einzuführen. Damit soll ihnen zugleich die Gelegenheit verschafft werden, in der pädagogischen Praxis Bildungssituationen jenseits wirtschaftlicher und politischer Interessen zu erkennen, sie kritisch zu re­flektieren und mit ihnen in professioneller Art umzugehen. Bei der konzeptionellen Erarbeitung der Thematik stand im Vordergrund, dass der Bildungstheorie seit der Spätaufklärung ein kritisches Moment inne­wohnt, das es systematisch zu entfalten und auf die Verhältnisse der modernen Gesellschaft zu übertragen gilt. Dabei wurden die Frage nach dem Verhältnis von Bildung und Geschlecht und die Frage nach dem Verhältnis von politischer Ökonomie und Bildung besonders berücksichtigt.

Eva Borst ist Hochschuldozentin an der Johannes Gutenberg‑Universität Mainz. Lehr‑ und Forschungsschwerpunkte: Bildungs‑, Erziehungs‑ und Sozialisationstheorien, Wissenschafts‑ und Geschlech­tertheorien sowie Pädagogik und Anthropologie, Ökonomie und Bildung, anerkennungstheoretische Grundlagen von Erziehung und Bildung. Publikation: Anerkennung der Anderen und das Problem des Unterschieds. Perspektiven einer kritischen Theorie der Bildung (2003).

Band 1

In den erziehungswissenschaftlichen und Lehramtstudiengängen gehört die Entwicklung eines pädagogischen Grundverständnisses zum unverzichtbaren Baustein einer professionellen Handlungskompetenz. 

Das vorliegende Arbeitsbuch enthält eine Auswahl allgemeiner Grundlagen der Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Es dient einer ersten Orientierung in systematischen und geschichtlichen Basiselementen der Pädagogik, die für die Entfaltung eines pädagogischen Denkens unabdingbar sind. Der Kern der Pädagogik liegt in ihren Grundbegriffen Erziehung und Bildung, von deren Bestimmung ausgehend das Thema der Erziehungs- und Bildungswissenschaft und die Grundzüge pädagogischen Denkens erschlossen werden.

Über die Darstellung ausgewählter Stationen aus der Geschichte der Erziehung und Bildung erfolgt eine Ermittlung der Denkstrukturen mo­derner Pädagogik.

Armin Bernhard, Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Duisburg, Essen, Standort Essen. Schwerpunkte: Kritische Erziehungs und Bildungstheorie, Pädagogik und globale Probleme, Demokratische Reformpädagogik

Band 3

Die Forderung nach „Wiedergewinnung des Pädagogischen“ setzt voraus, dass das Päd­agogische „verloren“ gegangen ist bzw. schon einmal „gewonnen“ wurde. Mit Blick auf historische und systematische Begründungszusammenhänge von Pädagogik wird sichtbar, dass deren Erschließung auf ein Spannungsfeld von Aneignung und Austreibung verweist. Dieser „Kampf“ um die Bildung und Entfaltung des Menschen im Kontext gesellschaftlicher Sozialisationsbedingungen erstreckt sich auf alle Lebensbereiche und durchzieht die Epochen. Er ist immanent politisch.

Pädagogik hat die Anwaltschaft für die zukünftige Generation. Sie auszustatten mit praktischem und theoretischem Erfahrungs- und Handlungswissen, mit zuversicht­lichem Tatendrang und Lebenskraft sowie mit Empathie, gepaart mit Engagement für eigene und fremde Angelegenheiten, ist Grundlage einer fachlichen, menschlichen und politischen Willensbildung für vernünftiges Handeln. Ein selbstbestimmtes auf Perspektive angelegtes Leben durch Bildung zielt auf Mündigkeit.

Band 4

In der pädagogischen Geschichtsschreibung und in systematischen Betrachtungen werden anarchistische Aspekte weitgehend ausgeklammert. Gründe dafür liegen einmal in evokativen Zuschreibungen der Begriffe Anarchismus und Anarchie und zweitens in Kenntnislücken. Hier setzt der Band an und beschreibt systematische Zusammenhänge von Pädagogik und Anarchismus, zeichnet ideengeschichtliche und biografische Traditionen nach und diskutiert die Gegenwartsrelevanz libertärer Bildungs- und Didaktikkonzepte. Der als Einführungs-band angelegte Text bietet eine Orientierung zum modernen Anarchismus als soziale Bewegung und politische Theorie und stellt die Schnittstelle zu Fragen der Bildung und Erziehung her. Das Vorgehen ist historisch und systematisch ausgerichtet und ermöglicht eine Zwischenbilanz zur aktuellen Forschungslage.

Ulrich Klemm studierte Sozialwissenschaften und ist Diplompädagoge. Er arbeitet als Lehrbeauftragter für Pädagogik und Honorarprofessor für Erwachsenenbildung ab der Universität Augsburg sowie als Lehrbeauftragter für Erziehungs-wissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Er promovierte mit einer Arbeit über den Freiheitsbegriff in der libertären Pädagogik, war Fachbereichsleiter in der Erwachsenenbildung, gründete 1991 den Verlag Klemm & Oelschläger, ist als Unternehmensberater tätig und wirkt als Geschäftsführer der Europäischen Donau-Akademie in Ulm.

Band 5

Die vorliegende Anthologie Pädagogik als humanes Erkenntnissystem war mitten in der Planung, als uns die Nachricht vom plötzlichen Tod Hans-Jochen Gamms erreichte. Er starb am 18. Juni 2011. Seinen Tod empfinden wir als einen unschätzbaren Verlust. Hans-Jochen Gamm hat die bundesdeutsche Nachkriegspädagogik mit seinem erziehungswissenschaftlichen Ansatz nachhaltig bereichert und damit das Modell für ein kritisches und zugleich verantwortbares pädagogisches Handeln geschaffen. Ihm kommt zweifelsohne das Verdienst zu, das Materialismus-Konzept in die Erziehungswissenschaft eingeführt zu haben, ein humanes und zugleich humanistisches Konzept, in dem erziehungswissenschaftliche Erkenntnis und pädagogisches Handeln untrennbar miteinander verknüpft sind. Emanzipatorische Pädagogik in bewusstem Widerstand  - so nannte Hans-Jochen Gamm seinen Ansatz einmal in einem Interview 1985, und wir denken, dass diese Formulierung den Kern seiner Arbeit als Erziehungswissenschaftler sehr gut trifft. Es ging ihm um die Entwicklung von Pädagogik als eines humanen Erkenntnissystems, das individuelle und kollektive Mündigkeit kompromisslos zu ihrer Sache macht. Die Erfahrung der faschistischen Barbarei, die in der unbestechlich antifaschistischen Haltung Hans-Jochen Gamms zum Ausdruck kam, war ein wesentlicher Antriebsmotor seines Handelns gerade als Wissenschaftler für eine humane Pädagogik und damit für eine humanere Gesellschaft. Hierin liegt der unverwechselbare Charakter seines pädagogischen Lebenswerks, das wir mit diesem Band ausdrücklich würdigen möchten.

Hans-Jochen Gamm (1925-2011), emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik an der Technischen Universität Darmstadt. 1967 übernahm er dort das erstmalig eingerichtete Ordinariat für Allgemeine Pädagogik und wurde zum Gründungsdekan des Fachbereichs Erziehungswissenschaften, Psychologie und Sportwissenschaft gewählt, der im Rahmen des neuen Hochschulgesetzes aus der renommierten Fakultät für Kultur- und Staatswissenschaften hervorging. Schwerpunkte der Forschungstätigkeit: Verhältnis von Materialismus und Pädagogik, Pädagogische Anthropologie, Pädagogische Ethik, Pädagogische Ästhetik und ästhetische Bildung, Theorie der Bildung und Erziehung.